Presseinformation  96 kurz / 2009       15. 09. 2009      Diese Seite drucken    

 

Rostock: Preissenkungen bei Erdgas ohne Haken?
Preisangebot der Stadtwerke Rostock bleibt hinter Erwartungen zurück

Die Stadtwerke Rostock haben Erdgaskunden im August neben der Mitteilung einer weiteren Preissenkung ein neues Produkt - ERDGAS 365 – und einen neuen Erdgasliefervertrag angeboten. Hierbei soll der Arbeitspreis von bislang 6,26 ct/kWh auf 5,70 ct/kWh sinken und der Grundpreis bleibt gleich. Noch im Oktober 2008 lag der Arbeitspreis bei 8,34 ct/kWh. Der Rückgang ist also nennenswert, jedoch längst nicht so deutlich wie inzwischen beim Heizöl feststellbar. Denn hier fielen die Preise schon um die Hälfte.

 

Für Verbraucher, die in den vergangenen Jahren einen Widerspruch gegen Erdgaspreiserhöhungen eingelegt haben, ist folgendes wichtig. Liegt das aktuelle Preisangebot immer noch höher als der Preis, dem man widersprochen hat, sollte dieser Widerspruch nochmals bekräftigt werden.

 

Im Übrigen lohnt es sich für alle anderen Verbraucher Vergleiche anzustellen. So könnten derzeit durch einen Anbieterwechsel bis zu 176 Euro jährlich gespart werden (bei 20.000 kWh Jahresverbrauch). Die Preisgarantie beim Produkt ERDGAS 365 enthält auch eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten. Andere Unternehmen honorieren eine solche Vertragsbindung mit einem Bonus oder anderen Preisnachlässen. Bei einer Vertragsbindung wird es nicht möglich sein, während der Laufzeit auf preiswertere Produkte umzusteigen. Und genau das könnte der Markt hergeben. Sollten die Preise ab 2010 wieder ansteigen, könnte eine Vertragsbindung von Nutzen sein.

 

Weshalb die Kunden der Rostocker Stadtwerke neue Verträge unterschreiben sollen, erschließt sich aus den Begründungen nicht. Die neuen Geschäftsbedingungen sind kaum verständlicher als die alten und es muss offen bleiben, ob mehr Rechtssicherheit eintritt. Das gilt vor allem im Hinblick auf die veränderten Preisanpassungsklauseln.

 

Wer also das neue Vertragsangebot nicht annimmt, muss im schlimmsten Fall damit rechnen, eine Änderungskündigung zu erhalten und den Grundtarif zahlen zu müssen. Das aber sollte dann der letzte Anstoß sein, den Anbieter zu wechseln.

 

Für weitere Informationen:

Dr. Jürgen Fischer, Vorstand