Presseinformation 56 / 2009 17.
Juli 2009
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Marktcheck „Milch“ der Verbraucherzentralen:
Weiter Verwirrung bei Milchkennzeichnung
17.07.2009 Die freiwillige Selbstverpflichtung zur Milchkennzeichnung von herkömmlicher Frischmilch und länger haltbarer ESL-Milch ist noch nicht umgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Überprüfung der Verbraucherzentralen von über 650 Milchpackungen in 80 Lebensmittelgeschäften. Eine weitere Erkenntnis: Traditionelle Frischmilch wird in vielen Geschäften nicht mehr angeboten.
„Die Milchwirtschaft hat ihr Versprechen bis jetzt nicht gehalten“ so Uta Nehls, Projektleiterin Ernährung der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern e. V. Die Verbraucher können häufig immer noch nicht erkennen, welche Art von Milch sie kaufen. Um Frischmilch und ESL-Milch auf einen Blick durch die Verbraucher unterscheidbar zu machen, wurde Anfang Februar 2009 vom Bundesverbraucherministerium, Milchindustrie-Verband e. V. (MIV) und Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) eine Selbstverpflichtung zur Kennzeichnung ausgehandelt.
Die im Zeitraum 13. bis 25. Juni 2009 durchgeführte Stichprobe der Verbraucherzentralen umfasste 660 Milchpackungen bzw. -flaschen. Sie ergab, dass von den 660 Proben nur rund 240 richtig gekennzeichnet waren. (Ergebnisse unter www.vzbv.de ).
Traditionelle Frischmilch kaum mehr zu finden
Bei einer Stichprobe in Mecklenburg Vorpommern (die jedoch nicht repräsentativ ist) wurden in sieben Geschäften 75 Milchpackungen (21 Anbieter / Marken) auf korrekte Kennzeichnung untersucht. In drei Geschäften waren fünf Produktpackungen eindeutig als herkömmliche Frischmilch laut Kennzeichnung erkennbar („Frischmilch, traditionell hergestellt“; Marke Hansano von der Hanse Molkerei Uphal). Weitere zehn Anbieter / Marken kennzeichneten insgesamt 23 Milchpackungen, die ESL- Milch enthielten, mit der Bezeichnung „länger haltbar“ korrekt. Häufig (16 mal) wurden Produkte irreführend mit "extra lange frisch", "länger frisch" oder "maxi frisch" bezeichnet und suggerieren eine besondere Frische.
Insgesamt 31 mal fanden sich jedoch Produkte ohne entsprechenden Hinweis auf Frischmilch oder ESL-Milch im Angebot Hier fielen insbesondere bekannte Marken wie Landliebe, Weihenstephan oder Andechser negativ auf, bei denen es sich anscheinend um ESL Milch handelte, was aber für den Verbraucher anhand der Verpackung nicht erkennbar war.
„Da es, wie die Ergebnisse zeigen, mit der Selbstverpflichtung nicht funktioniert, muss eine klare gesetzliche Vorgabe erfolgen. Frischmilch und ESL-Milch müssen in der Kühltheke auf einen Blick klar erkennbar sein“, so Uta Nehls.
Für weitere Informationen:
Uta Nehls, Projektleiterin Ernährung
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