Presseinformation   35 / 2009      17. 04. 2009   Diese Seite drucken

 

Der Gasmarkt funktioniert noch immer nicht   

Verbraucher sollten ihren Versorgern einheizen

 

Eine aktuelle Studie von Professor Uwe Leprich, Technikhochschule in Saarbrücken und Gunnar Harms, Kölner Gashandelsexperte belegt, dass die deutschen Gasversorger nur etwa die Hälfte der Preissenkungen beim Einkauf an die Verbraucher weiter geben. Damit findet die Auffassung der Neuen Verbraucherzentrale, dass der Gasmarkt nicht funktioniert und die Preise überhöht sind, wissenschaftliche Bestätigung. Zu Lasten der Verbraucher erzielen die Gasversorger zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe. Ursache ist, dass der Gasmarkt nach wie vor von wenigen großen Importeuren und Versorgern bestimmt wird. „Die Gasimporteure müssten dazu verpflichtet werden, einen Teil ihrer Menge an Wettbewerber abzugeben“, so Prof. Leprich. Hier ist die Politik gefordert zu handeln.

 

Doch auch die Verbraucher haben Möglichkeiten auf den Gasmarkt Einfluss zu nehmen und sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen. Sie sollten die Gaspreise sorgfältig vergleichen. Denn inzwischen gibt es auch in großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns eine Vielzahl von neuen Gas-Anbietern, Die Preisunterschiede variieren auch innerhalb unseres Bundeslandes sehr stark. Der Preisunterschied beträgt bis zu 37,7 % bzw. 467 Euro (bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh).  Daran wird deutlich, dass der Wettbewerb noch unterschiedlich ausgeprägt ist.

 

Selbst wenn man keine Kaution und Vorauskasse leistet, kann man bei einem Verbrauch von 20.0000 kWh, z. B. in Pasewalk über 300 Euro im Jahr bzw. 24 % sparen, in Wismar sind das 234 Euro, in Demmin können Verbraucher 224 Euro sparen und auch in Rostock sind beispielsweise  Einsparungen von 150 Euro möglich.

 

Bei der Wahl eines neuen Anbieters empfiehlt die Neue Verbraucherzentrale folgendes zu beachten:

 

Durch einen Wechsel des Anbieters und aktives Nutzen des Gasmarkts können die Gaskunden ihrem Unmut über überhöhte Preise Nachdruck verleihen und Signale setzen. „Nur wenn die Kunden Monopolverhalten bestrafen, entsteht Druck auf die Versorger, die Senkung ihrer Einkaufspreise an die Gaskunden weiter zu geben. Dabei muss niemand fürchten, dass ihm der Gashahn zugedreht wird“, so Horst Frank, Fachberater Energie der Neuen Verbraucherzentrale.

 

Für weitere Informationen:

Horst-Ulrich Frank, Fachberater Bauen/Wohnen/Energie