Presseinformation 47 / 2008 30.
05. 2008 Diese
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Rosa Postkarte mit Tarifinformation zum Stromanschluss oder Werber an der Haustür
Verbraucherzentrale warnt vor unüberlegtem Vertragsabschluss
Sie tauchen seit einiger Zeit in Rostocker Briefkästen auf: Rosarote Postkarten mit „wichtigen Tarifinformationen“ zum Stromanschluss beim Versorgerwechsel. Sie kommen von einer ESD Energie Service Deutschland AG aus Frankfurt/Main und sind persönlich adressiert. Auf der Karte wird man darum gebeten, eine 0800-Nummer anzurufen und die Stromrechnung bereit zu halten. Viele halten die Karte für eine wichtige Mitteilung ihres ortsansässigen Stromversorgers und rufen an. Im Telefongespräch stellt sich aber heraus, dass es um ein Angebot zum Stromversorgerwechsel geht.
„Problematisch ist die Vorgehensweise“, meint Horst Frank, Energieexperte der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern, „denn man versucht, die Anrufer direkt am Telefon in einen neuen Stromversorgungsvertrag zu drängen. Die Verbraucherzentrale hat selbst Anrufe gestartet und dabei erfahren, dass in bestimmten Fällen die Firma ESD behauptet, selbst der Stromanbieter zu sein, mit dem ein Vertrag zustande komme. Man ist jedoch nicht bereit, Unterlagen über Preise und vertragliche Bedingungen zuzuschicken“, so Frank. Der Vertrag soll telefonisch geschlossen werden. Anschließend wird nur noch eine Auftragsbestätigung zugeschickt.
Auch über den Internetauftritt der Firma ESD ist nicht viel zu erfahren. Eines aber scheint offensichtlich zu sein: Mit dem Trick „Bitte rufen Sie uns an“ kann sich die Firma unerlaubte und unerwünschte Anrufe bei den Verbrauchern sparen und trotzdem entsprechendes Interesse wecken, indem sie auf das Missverständnis setzt, es handele sich um eine Mitteilung des örtlichen Stromversorgers. Deshalb empfiehlt Frank, die Postkarten besser gleich in den Papierkorb zu werfen. Vor einem Stromversorgerwechsel sollte man ausführlich und in Ruhe Preise und Vertragsbedingungen verschiedener Anbieter vergleichen und sich dann für einen gezielten Wechsel entscheiden, rät die Verbraucherzentrale.
Ähnlich unredlich verfahren Werber, die gegenwärtig Verbraucher an der Haustür ansprechen und sich als Mitarbeiter der Stadtwerke Rostock vorstellen. Unter dem Vorwand einer Datenüberprüfung wird dann ein Stromlieferangebot der Bonus Strom GmbH vorgelegt, welches von einigen auch unterschrieben wurde. Mitarbeiter der Stadtwerke kommen nicht
unangemeldet ins Haus und schon gar nicht werden von diesen Verträge anderer Stromanbieter vermittelt. Betroffene Verbraucher können diese Verträge innerhalb von zwei Wochen widerrufen.
Wer sich vor dem Wechsel des Stromversorgers unabhängig informieren will, Fragen zu Stromtarifen oder zum Wechsel des Stromversorgers hat, kann sich an die Verbraucherzentrale wenden.
Für weitere Informationen:
Horst-Ulrich Frank, Fachberater Bauen/Wohnen/Energie
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