Presseinformation   92  / 2007       31. 08. 2007       Diese Seite drucken    

 

Nun sind es die Brotpreise
Interessenverbände drehen an Preisschraube und sagen offenbar wo es lang geht

 

Rostock. Die Verbraucher sind genervt und auch entrüstet. Nachdem zunächst Milchprodukte teurer geworden sind, ziehen andere Lebensmittel nun nach. Und die Argumentation ist immer die Gleiche: Die weltweite Nachfrage sei angestiegen und die Betriebe müssten mit höheren Kosten rechnen. Das erklären aber nicht die jeweiligen Produzenten oder Handelsunternehmen, die in einem vermeintlichen Wettbewerb stehen, sondern in puncto Preise agieren mit auffallender Ähnlichkeit die zuständigen Interessenverbände. Wie jetzt im Falle der Brotpreise verkündet der Zentralverband für das Bäckergewerbe schon ganz konkret wie sich in wenigen Tagen die Preise darstellen werden. Und das ist das Fatale, meint Dr. Jürgen Fischer, Vorstand der Neuen Verbraucherzentrale. Die Vorgaben für Preiserhöhungen entstehen – so ist der Eindruck - nicht vor Ort und im Rahmen eines freien Wettbewerbs, sondern mittels Ansage von zentraler Stelle. Damit wird klar, dass nun auch der letzte Bäckerbetrieb versteht, dass die Zeichen der Zeit auf Preiserhöhung stehen. Und wer da nicht mitmacht, ist selber schuld. Und die Begründung für höhere Preise muss der Bäcker dann auch nicht bei sich und seinen  Kosten suchen, sondern die wird ihm vom Zentralverband gleich mitgeliefert.

Bleibt zu hoffen, dass Bäckereibetriebe weiter seriös für sich kalkulieren und auf der Basis ihrer betrieblichen Kosten die Brotpreise bestimmen. Denn der Wettbewerb darf keinen Schaden nehmen, so Fischer. Er ist sicher, dass die Kartellbehörden mitbekommen, wer da die Preispolitik beeinflusst.

 

 

Für weitere Informationen:

Dr. Jürgen Fischer, Vorstand