Presseinformation    48 / 2007       19. 04. 2007              Diese Seite drucken

 

 

Was man über Bärlauch unbedingt wissen sollte

Verbraucherzentrale warnt vor Verwechslungen

 

Wer heute im Trend liegen möchte, kommt am Bärlauch kaum vorbei. Die alte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze hat seit einigen Jahren wieder die Küchen von Restaurants, aber zunehmend auch die von privaten Hobbyköchen erobert. Immer mehr Gemüsehändler und selbst Discounter haben die würzige nach Knoblauch riechende Pflanze im Angebot. Da Bärlauch im Frühling in weiten Teilen Deutschlands feuchte Waldböden mit seinem frischen Grün überzieht, greift dann auch manch Pflanzenunkundiger zum Messer um die Pflanze selbst zu ernten. Abgesehen davon, dass durch unsachgemäßes Herausreißen oder Abschneiden der Blüten die Pflanze in ihrem Bestand gefährdet wird, führen Verwechslungen mit Maiglöckchen sowie Blättern der Herbstzeitlosen und des Aronstabs immer wieder zu Vergiftungen. Im besten Falle nur mit unangenehmen Folgen, im schlimmsten Falle mit tödlichen Folgen. Die Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern gibt folgende Tipps um Verwechslungen zu vermeiden:

 

·    Die Blätter des Bärlauchs sind lindgrün, lang gestielt und kommen einzeln aus dem Boden, während Maiglöckchen 2 bis 3 Blätter an einem kurzen Stiel haben.

 

·    Die Blätter des Bärlauchs knicken leicht ab, während Maiglöckchen und Herbstzeitlose biegsame, fast gummiartige Blätter haben.

 

·    Die Blätter des Bärlauchs haben auf der Rückseite deutliche Rippen, die Blätter des Aronstabs dagegen sind netznervig, d. h. die Blattadern ziehen sich nicht parallel vom Stiel zur Blattspitze, sondern verzweigen sich von der Blattmitte aus. Diese Gitterstruktur ist besonders gut auf der Rückseite zu erkennen.

 

·    Bärlauchblätter lassen sich im Gegensatz zu den anderen Blättern leicht verreiben. Dabei entwickeln sie den typischen knoblauchartigen Geruch! Das ist bei den anderen Pflanzen nicht der Fall. Die Zerreibe-Geruchsprobe ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal!

 

·    Eindeutige Unterschiede gibt es auch bei den Blüten, der Bärlauch weist als einzige dieser Pflanzen Dolden mit sternförmigen weißen Blüten auf. Allerdings erntet man die beste Blattqualität bis kurz vor der Blüte.

 

Theoretisch sind alle Teile des Bärlauchs essbar, meist beschränkt sich die Verwendung in der Küche aber auf die Blätter. Bärlauch verliert durch Erhitzen wertvolle Geschmacksstoffe und büßt einen Teil seines hohen Vitamin-C-Gehalts ein, daher ist er klein geschnitten und roh in Salaten, Kräuterquark oder anderen Speisen besonders lecker. Allerdings muss wie bei allen bodennahem Pflanzen auf die Gefahr einer Verunreinigung mit Eiern des Fuchsbandwurmes hingewiesen werden. Wenn der Bärlauch also nicht aus geschlossenen Kulturen oder fuchsbandwurmfreien Gebieten stammt, ist eine fünfminütige Erhitzung auf mindestens 60° notwendig, gründliches Waschen sollte ohnehin selbstverständlich sein.

 

Für weitere Informationen:

Uta Nehls, Projektleiterin Ernährung