Presseinformation  105  / 2007       28. 09. 2007       Diese Seite drucken    

 

Zu viel Luft in Lebensmittelpackungen
Irreführende Verpackungsgrößen sind auch Klima belastend

Lebensmittelpackungen enthalten häufig zu viel Luft. Messungen der Verbraucherschützer aus Hamburg und der Eichdirektion Nord ergaben jetzt:

 

Die Messungen wurden im August 2007 von der Verbraucherzentrale Hamburg und der Eichdirektion Nord durchgeführt. Die Prüfer fanden zum Beispiel eine Verpackung von Haferflockengebäck, in der 30 bis 40 Prozent mehr Kekse Platz gefunden hätten. Bei Schaumküssen bestand die Packung zu über 55 Prozent aus Leerraum und bei Grießbrei waren nur 5 Zentimeter der 16 Zentimeter hohen Packung mit Inhalt befüllt. Die Ergebnisse können auch auf Angebote in Mecklenburg-Vorpommern übertragen werden. Dabei darf eine Verpackung keine größere Füllmenge vortäuschen als tatsächlich darin enthalten ist, so jedenfalls legt es das Eichgesetz fest.

 

Im Ergebnis der Hamburger Untersuchungen werden – so der Sprecher der Eichbehörde Nord, Manfred Bornholdt, – bei den auffälligen Produkten ggf. Bußgeldverfahren eingeleitet. Zuvor wird es eine entsprechende Herstellerprüfung nach den amtlichen Prüfplänen geben. Oft müssen  sich Verbraucherschützer und auch die Eichbehörden sehr merkwürdige Entschuldigungen anhören, meint Dr. Jürgen Fischer von der Neuen Verbraucherzentrale. "Beteuerungen der Anbieter, die Hohlräume seien technisch bedingt, sind meistens nur heiße Luft", sagt der Verbraucherschützer. „Wir sind uns mit den Hamburger Kollegen einig, dass für die Industrie die Verpackungsgestaltung ein wichtiges Marketinginstrument ist und die Größe einen entscheidenden Einfluss auf das Kaufverhalten hat. Von manchen Herstellern werde so viel Luft wie möglich eingepackt, damit die Verbraucher mehr Inhalt vermuten.“

 

Die Neue Verbraucherzentrale kritisiert nicht nur die angestrebte Kundentäuschung, sondern weist auch auf weitere Folgen der luftigen Verpackungsgestaltung hin: Es entsteht nämlich überflüssiger Verpackungsmüll, nicht zuletzt werde das Klima belastet, wenn Luft per Lkw oder Flugzeug transportiert wird. „Einsparungen von über 30 Prozent sind bei vielen Packungen möglich“, schätzen die Verbraucherschützer.

 

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die vollständige Liste mit allen untersuchten Produkten im Internet unter www.vzhh.de veröffentlicht. Auch die NVZ bittet die Verbraucher um Mithilfe beim Aufspüren von weiteren Luftnummern: Tel. 0381- 208 70 50.

Durch die Veröffentlichung wollen die Verbraucherzentralen Druck auf die Hersteller zur Änderung ihrer Praxis ausüben. "Wir fordern: Lasst die Luft raus!", so Fischer.

 

Die vollständige Liste (ca. 4MB) und Fotos der Mogelpackungen auf Wunsch erhältlich unter Tel. (040) 24 832-142 oder ernaehrung@vzhh.de.

 

 

Für weitere Informationen:

Dr. Jürgen Fischer, Vorstand

Silke Schwartau Verbraucherzentrale Hamburg