Presseinformation    86 / 2006        01. 08. 2006                    Diese Seite drucken

 

 

Energiekosten in den Griff bekommen

 

Die Energiepreisdebatte erregt momentan viele Gemüter. Im Mittelpunkt steht u. a. die Weigerung vieler Verbraucher, die Preiserhöhungen der Energieversorger ohne Nachweis der Billigkeit gemäß § 315 BGB zu akzeptieren. Sie wehren sich mit dem Musterbrief der Verbraucherzentrale. Der kluge Verbraucher aber fährt zweigleisig: Er lässt sich erstens nicht mehr alles widerspruchslos gefallen und schränkt gleichzeitig seinen Energieverbrauch ein, da die Preise auf Grund der begrenzten Energievorräte langfristig in jedem Fall noch weiter steigen werden. Doch wo soll begonnen werden? Und wie lassen sich die Energiekosten am effektivsten einsparen? Der Raumwärmebedarf steht an erster Stelle, denn hier sind die größten Einsparungen zu erzielen. Häufig stehen Besitzer von Altbauten vor der Frage, ob sie zuerst neue Fenster einbauen und die Wärmedämmung verbessern sollen oder ob der Austausch des alten Heizkessels vorzuziehen ist. Die Beantwortung dieser Fragen sollte jedoch nicht auf ein „Entweder  - oder“ sondern auf ein „Sowohl - als - auch“ hinauslaufen. Denn Wärme-dämmung und Kesselerneuerung sind keine Gegensätze, da der neue Kessel auf den Wärmebedarf des Hauses ausgerichtet sein sollte.

 

In der Praxis heißt das: Ist der Kessel defekt oder genügt er dem geltenden Abgasstandard nicht mehr, muss er durch ein sparsameres Neugerät ersetzt werden. An dieser Stelle sollte auf jeden Fall auch über den Einsatz regenerativer Energien wie zum Beispiel einer Holzfeuerungsanlage oder der Warmwasserbereitung über eine Solaranlage nachgedacht werden.

Wird dagegen ein Außenbauteil des Hauses renoviert, muss in der Regel in diesem Zuge nach der Energieeinsparverordnung auch die Wärmedämmung an dieser Stelle verbessert werden. Beim Austausch der Fenster müssen Wärmeschutzfenster zum Einsatz kommen und ein nicht ausgebauter begehbarer Dachboden muss mit einer Zwischensparrendämmung versehen bzw. die Geschossdecke gedämmt werden.

 

Durch eine sinnvolle Kombination aus einer guten Wärmedämmung für Außenwand, Fenster, Dach und Bodenplatte bzw. Kellerdecke sowie einer wirkungsvollen Heizungsanlagentechnik lassen sich Energieverluste deutlich verringern. So können sich bei konsequenter Umsetzung in Altbauten bis zu 50 % und mehr Energie einsparen lassen. Erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat auch das Nutzerverhalten. Wer angemessene Raumtemperaturen einstellt, mit Warmwasser sinnvoll umgeht und richtig lüftet, kann sparen. 

 

Wichtig ist, dass vor Beginn einer Maßnahme und zum richtigen Nutzerverhalten unabhängiger Rat eingeholt wird. Die Energieberater der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern  e. V. helfen bei allen Fragen zur Energieeinsparung im Haus weiter. Termine für ein persönliches Beratungsgespräch erhalten interessierte Verbraucher in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale. Sollte der Energieberater es für sinnvoll halten, kann gegen einen Kostenbeitrag von 45,00 € auch eine Besichtigung vor Ort erfolgen, in deren Anschluss der Energieberater schriftliche Handlungsempfehlungen gibt. 

 

 

Für weitere Informationen:

Horst-Ulrich Frank, Fachberater Bauen / Wohnen / Energie