Presseinformation    103 / 2006       11. 09. 2006                    Diese Seite drucken    

 

Lebensmittelsicherheit: Ziehen Bund und Länder jetzt an einem Strang?
Forderungen der Verbraucherschützer bei weitem nicht erfüllt

Rostock/Berlin. Bereits die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Edda Müller, brachte es auf den Punkt: „Die Ergebnisse der Konferenz der Verbraucherschutzminister sind enttäuschend.“ Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind trotz relativ guter Einschätzung der Arbeit der Kontrollbehörden viele Fragen offen. Da wäre es zunächst interessant zu wissen, welche Standards vereinbart worden sind und ob sie sich an Best-practice-Modellen orientieren. Nichts wäre gefährlicher als eine Absenkung des Niveaus der Kontrollen zu Gunsten der Einheitlichkeit. Auch muss die Einhaltung bundeseinheitlicher Standards kontrolliert werden. Das setzt deren Transparenz und eine konkrete Verantwortlichkeit voraus. Kontrollen führen zu Ergebnissen. Bleiben diese der Öffentlichkeit verschlossen, hat der Verbraucher nichts davon. Wenn ein Lebensmittelunternehmen geprüft und nichts beanstandet wurde, sollte dies für den Verbraucher sichtbar sein. Auch bei Beanstandungen sollte der Kunde wissen, was der jeweilige Betrieb zu deren Abstellung unternommen hat. 

Kontrollen, Strafen und Abschöpfung von unlauteren Gewinnen reichen kaum, wenn nicht die Qualifikation der in der Lebensmittelbranche Tätigen, insb. der Verantwortlichen, verbessert wird. Auch hierfür bedarf es Standards und Zertifizierungen. Zulassungen und Zertifikate müssen dabei auch widerrufbar sein.

Verbraucher müssen ebenfalls kritischer auf Lebensmittelangebote reagieren. Dort, wo gezielt nach ausgewiesenen Qualitäts- oder Bioprodukten nachgefragt wird, entwickelt sich auch ein Angebot. Wenn sich Verbraucher aber nur am Preis und nicht an der Herkunft der Produkte orientieren oder keine Chance haben, gute Qualität zu erkennen, dann wird es gute Qualität schwer haben, sich durchzusetzen. Das gilt insb. für die Rückverfolgbarkeit von Produktions- und Lieferketten bei Fleisch- und Geflügelprodukten.

 

Das haben wir bereits 2005 (als PDF-Datei 21 kB) gefordert.

  

Für weitere Informationen:

Dr. Jürgen Fischer, Vorstand