Presse-Information: 89 / 2005 14. 10. 2005
Preiswerte Sicherheit: Rauchmelder
Verbraucherzentrale gibt Tipps zum Kauf der Lebensretter
Jährlich sterben in Deutschland über 600 Menschen bei Wohnungsbränden. Ein großer Teil von ihnen wird im Schlaf von Kohlenmonoxid und anderen Brandgasen betäubt oder vergiftet, bevor er den Flammen zum Opfer fällt. Rauchmelder wecken die Bewohner durch lautstarkes Hupen bereits in der Anfangsphase des Brandes, in der noch eine Fluchtmöglichkeit besteht. In den Staaten, die diese Alarmgeber in Wohnungen vorschreiben, sind die Todesfälle bei Wohnungsbränden deutlich zurückgegangen: seit den 70er Jahren um 40 Prozent.
Ein opto-elektronischer Sensor registriert bei den Rauchmeldern die Lichtstreuung an Rauchpartikeln und löst den Alarm aus. Die Stromversorgung erfolgt meist über eine 9-Volt-Batterie, die je nach Gerät ein bis drei Jahre hält. Nahezu alle Produkte signalisieren Betriebsbereitschaft, ermöglichen einen regelmäßigen Funktionstest und piepen bei schwacher Batterie. Rauchmelder sprechen auch auf dichten Tabakrauch an. Deshalb werden Wärmemelder angeboten, die erst bei ca. 60 °C Lufttemperatur auslösen. Nachteilig ist, dass der Alarm später kommt als vom Rauchmelder und dadurch wertvolle Zeit verloren geht.
Worauf ist beim Kauf zu achten?
Wichtig sind
die Prüfzeichen British-Standards "BS 5446 Part 1: 1990", das
CE-Zeichen und das VdS-Prüfzeichen der Deutschen Versicherungswirtschaft. Geräte
für den deutschen Markt sind oft zusätzlich "GS"-geprüft. Dieses Siegel
beinhaltet wichtige sicherheitstechnische Eigenschaften wie
Ansprechempfindlichkeit und Alarmlautstärke. Zum nachträglichen Einbau kommen
vorwiegend Batteriegeräte in Frage. Ein 230 V-Anschluss spart zwar die
Batteriekontrolle, ist aber aufwendig zu installieren und im Brandfall nur mit
einer Akkupufferung sicher. Empfehlenswert ist ferner, auf eine einfache Montage
zu achten. Einige Hersteller liefern auch Sonderausführungen: zum
Zusammenschalten über Kabel (Alarm an allen Geräten, wenn eines auslöst), zum
Anschluss an Alarmanlagen oder auch für Gehörlose (zusätzlich Vibrationsgeber
und Lichtblitze).
Wo sollten Rauchmelder installiert werden?
In der Etagenwohnung sollte mindestens ein Gerät im Flur zwischen Wohn- und Schlafraum und ein zusätzliches Gerät im Kinderzimmer montiert werden. Optimal wäre ein Gerät je Wohn- und Schlafraum. Im mehrgeschossigen Einfamilienhaus ist ein Gerät im Treppenraum ganz oben und mindestens ein Gerät je Etage im Flur vor den Schlafräumen zu empfehlen. Eventuell ist hier ein Zusammenschalten über Kabel sinnvoll.
In Küche, Bad und Hobbyraum sollte kein Gerät installiert werden, da das Auslösen eines Fehlalarms durch Dampf oder Staub möglich ist. Die Montage sollte immer in Raummitte an der Decke mit mindestens einem halben Meter
Abstand zur Wand erfolgen. Bei einem Spitzdach ist es ratsam, nicht direkt bis in die Dachspitze zu gehen, sondern 30 cm Abstand einzuhalten.
Batteriebetriebene Rauchmelder kosten zwischen 15 und 45 Euro und sind oft für eine Nutzungsdauer von zehn Jahren ausgelegt. Einige Hersteller geben bis zu fünf Jahren Garantie. Kaufen kann man sie u. a. im Elektro-Fachhandel, in Versand- und Kaufhäusern oder in Baumärkten. Weitere Informationen gibt es in den Beratungsstellen der Neuen Verbraucherzentrale.
Für weitere Informationen:
Horst-Ulrich Frank
Tel. (0395) 5683415, frank@nvzmv.de