Presse-Information: 65 / 2005 10. 08. 2005
Rätselraten beim Kotelettkauf
Marktcheck zeigt fehlende Transparenz in Sachen Tierhaltung
Das Preisbewusstsein der Verbraucher beim Fleischeinkauf wird häufig kritisiert. Billigpreis-Kampagnen würden Tierschutzstandards gefährden, klagte kürzlich der Deutsche Bauernverband und forderte von den Verbrauchern Bereitschaft, einen höheren Preis zu zahlen.
„Die Verbraucher haben praktisch keine Möglichkeit, sich beim Einkauf für mehr Tierschutz durch artgerechte Haltung und damit für eine bessere Qualität zu entscheiden“, entgegnet Uta Nehls von der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern.
Dies belegt eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentralen in Supermärkten in fünf Bundesländern, bei der Kotelettangebote aus Selbstbedienungstheken geprüft wurden. Die Preise für das konventionell erzeugte Fleisch schwankten zwischen 2,47 und 7,99 Euro pro Kilo, ohne dass nennenswerte Qualitätsunterschiede für Verbraucher erkennbar waren. Angaben zur Haltungsform gab es nicht, lediglich bunte Bilder einer "ländlichen Idylle".
Warum sollen Konsumenten einen höheren Preis bezahlen, wenn sie nichts über Qualitätsunterschiede erfahren? Schweinefleisch ist zu einer Sonderangebots- und Massenware geworden.
Auch der landwirtschaftliche Erzeugerbetrieb bleibt anonym. Oft steht nur der Abpackbetrieb auf der Verpackung.
Die Verbraucherzentralen fordern deshalb mehr Transparenz, damit Fleisch aus tiergerechter Haltung von Massenware unterschieden werden kann und dem Verbraucher nicht nur der Preis als Kaufkriterium bleibt.
Für weitere Informationen:
Antje Degner
Ernährungsberaterin, Tel. (0381) 208 70 16, degner@nvzmv.de