Presse-Information: 114 / 2005 19. 07. 2005
Energiepass vorerst noch nicht notwendig
Verbraucherzentrale warnt vor Haustürgeschäften
Verbraucher- und Mieterverbände haben sich in den letzten Monaten sehr für eine zügige Einführung des europaweit gültigen Energiepasses eingesetzt und hierzu konstruktive Vorschläge erarbeitet. Obwohl für die Einführung des Energiepasses der 1. Januar 2006 von der EU vorgesehen war, haben die Neuwahlen in Deutschland zu einer Verzögerung bei der Verabschiedung der hierfür notwendigen Verordnung geführt. Aber auch inhaltliche Fragen sind nach wie vor in der Diskussion. Während die Verbrauchervertreter konsequent für eine hohe Transparenz eintreten und deshalb den so genannten bedarfsbezogenen Energiepass fordern, sehen vor allem Vertreter der Immobilienwirtschaft die mit der Erstellung eines solches Passes verbundenen Kosten und wollen „ihren“ Energiepass lediglich auf Daten aus den Heizkostenabrechnungen stützen.
Da der Energiepass immer dann vorgelegt werden muss, wenn ein Haus oder eine Wohnung verkauft oder vermietet werden soll, haben einige „Experten“ für sich eine Marktlücke entdeckt. Vor allem verunsicherte Eigenheimbesitzer werden mit scheinbar kostengünstigen Angeboten zum Erwerb eines Energiepasses konfrontiert. Gestützt werden diese Angebote auf bisherige Vorschläge zur Gestaltung der Energiepässe – so z. B. von der deutschen Energieagentur DENA -, die jedoch noch nicht verbindlich sind, da – wie gesagt – die Rechtsgrundlage fehlt.
Die Neue Verbraucherzentrale empfiehlt, erst das Inkrafttreten der neuen Verordnung abzuwarten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass bereits erworbene Energiepässe wertlos werden.
Für weitere Informationen:
Dr. Jürgen Fischer, Vorstand
Horst-Ulrich Frank, Energiereferent
Tel. (0395) 5683415, frank@nvzmv.de