Presse-Information: 11 / 2005 02.12. 2005
Mehr Durchblick beim Fleischeinkauf
Ratgeber der Verbraucherzentralen „Fleisch. Iss gut!“ gibt Orientierungshilfe
Schärfere Strafen, bessere Lebensmittelkontrollen und ein Verbraucherinformationsgesetz fordern die Verbraucherzentralen angesichts der jüngsten Fleisch-Skandale. „Strafen müssen spürbar sein, damit sich solche Machenschaften einfach nicht mehr lohnen“, so Uta Nehls , Projektleiterin Ernährung der Neuen Verbraucherzentrale MV.
Verbraucher haben ein Recht auf sichere Lebensmittel, und zwar unabhängig davon, ob sie diese preiswert oder teurer einkaufen. Es liegt in der Verantwortung der Lebensmittelhersteller und des Handels, dass die Kunden an der Ladentheke sichere Lebensmittel erhalten. Dazu müssen die Unternehmen solche Qualitätssicherungssysteme aufbauen, die die erforderliche Sicherheit gewährleisten. Und es müssen solche staatlichen Kontrollmechanismen geschaffen werden, die ein schnelles Eingreifen bei kriminellen Machenschaften ermöglichen. Um für den Verbraucher mehr Transparenz beim Lebensmitteleinkauf zu schaffen, ist es unabdingbar unterschiedliche Prozess- und Produktqualitäten klar, eindeutig und nachvollziehbar zu kommunizieren. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Erst wenn es dem Verbraucher ermöglicht wird, durch Kennzeichnung unterschiedliche Qualitäten zu erkennen, kann er bewusste Kaufentscheidungen treffen.
Bei den Eiern ist z. B. die Kennzeichnungspflicht bereits vorbildlich umgesetzt. Etwas Vergleichbares muss es in naher Zukunft auch für den Fleischhandel geben. Hier sind nicht nur die Fleischanbieter, sondern auch der Gesetzgeber gefordert. Dabei soll auch ein neuer Ratgeber der Verbraucherzentralen helfen. In einer bundesweiten Markterhebung haben die Verbraucherzentralen die Richtlinien von 96 überregionalen Markenfleisch- und Gütesiegelprogrammen für Rind, Schwein, Huhn und Pute analysiert. In diesem jetzt erschienenen Ratgeber der Verbraucherzentralen „Fleisch. Iss gut!“ erfahren interessierte Verbraucher, wofür Marken und Siegel stehen.
„Viele Verbraucher wollen nicht nur einfach „Fleisch“ kaufen. Sondern mit ihrem Einkauf z. B. die artgerechte Tierhaltung fördern, regionale Betriebe unterstützen und sicher sein, dass ihr Fleisch strengeren Kontrollen unterliegt“, erläutert Uta Nehls. Auch wenn nach Schätzungen der Verbraucherzentralen nur 5 bis 15 % des angebotenen Fleisches in Deutschland mit solchen Marken oder Siegeln gekennzeichnet sind, ist es notwendig, dass Verbraucher verlässliche und verständliche Orientierungshilfen für den Kauf aus besonderen Erzeugungsformen erhalten.
Mit dem 42 Seiten starken Ratgeber können Verbraucher die Qualitätsunterschiede beim Kauf von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch besser erkennen. Er erklärt, was Marken bedeuten und wofür Siegel stehen, denn allzu oft sind die Erzeugungsqualitäten der Fleischproduktion nicht nachvollziehbar.
Die Broschüre „Fleisch. Iss gut!“ kostet 2 € und kann für zuzüglich 2 € Versand- und Portokosten per Telefon unter der Rufnummer (0381) 208 70 50 oder per E-Mail info@nvzmv.de bestellt werden.
Für weitere Informationen:
Uta Nehls
Projektleiterin Ernährungsprojekt, Tel. (0381) 208 70 16, nehls@nvzmv.de