Presse-Information: 09 / 2004 27. 08. 2004
Neue Verbraucherzentrale in MV fordert umfassende Kennzeichnung
Klartext bei losen Lebensmitteln!
Die Neue Verbraucherzentrale in MV unterstützt die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz geplante Einführung einer umfassenden Kennzeichnungspflicht unverpackt angebotener Lebensmittel.
Gehören Sie auch zu den Verbrauchern, die von den Verkäuferinnen an der Ladentheke alles wissen wollen? Z.B. ob das Brot mit den vielen Körnern ein Vollkornbrot ist, das Mindesthaltbarkeitsdatum des Frischkäses noch nicht abgelaufen ist, in der Wurst Milcheiweiß enthalten wurde und welche Backzutaten im Brot verarbeitet wurden? Vielleicht müssen Sie es auch einfach wissen, da Sie auf bestimmte Zutaten allergisch bzw. überempfindlich reagieren?
Bislang wurde der Kennzeichnung loser angebotener Ware nicht die größte Beachtung geschenkt, immer auch mit dem Argument: Die Verkäuferin an der Ladentheke kann uns Verbrauchern Auskunft über die Zusammensetzung der Produkte geben. Sicherlich ein hochgestecktes Ziel bei dieser breiten Angebotsvielfalt. Welche Alternativen sind angedacht?
Das Bundesverbraucherschutzministerium plant jetzt mit einem Gesetzentwurf die umfassende Kennzeichnung loser Ware, sowohl der allergenen Stoffe als auch sämtlicher Zutaten. Damit schafft sie für Verbraucher mehr Transparenz und bessere Entscheidungskriterien beim Lebensmitteleinkauf – eine langjährige Forderung der Verbraucherzentralen, denen auch viele Verbraucher aus Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Rote Karte-Aktion „Ich will wissen, was drin ist“ mit ihrer Unterschrift Nachdruck verliehen haben.
Dabei sollen die Verbraucher auf verständliche Weise über die Zutaten informiert werden. Durchaus praktikabel ist eine so genannte „Kladdenlösung“ (Einsicht in Infomappen) beim Thekenverkauf oder die elektronische Informationsmöglichkeit. Denn schließlich stammen die Feinkostsalate oder Antipasti aus dem großen Eimer der Firma XY, da ist ohnehin ein Zutatenverzeichnis drauf, gleiches gilt für Käse und Wurst. Vollständige Angaben bei losen Lebensmitteln sind aus Sicht der Verbraucherzentrale auch hilfreich für das Verkaufspersonal - gerade an Bedienungstheken erwarten Kunden schließlich fachgerechte Information.
Eine Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2003 ergab: Knapp drei Viertel aller Verbraucher wünschen eine umfassende und verständliche Lebensmittelkennzeichnung im Handel. Als Ursache für diesen Wunsch ermittelten die Statistiker, daß „Wert auf bewußte Ernährung“ gelegt wird (84 %), Lebensmittelskandale in der Vergangenheit (ca. 66 %) und Lebensmittelunverträglichkeiten (26 %) bzw. Allergiker (25 %) im Haushalt. Der Einzelhandel sollte angesichts dieser Ergebnisse nicht die Zeichen der Zeit verkennen, nur schwarz malen und das Ende der Bedienungstheken, den Verlust tausender Arbeitsplätze sowie eine Verarmung der Sortimentsvielfalt prognostizieren.
Angesichts des riesigen Aufwandes den viele Handelsketten betreiben um über Payback-Karten und alle möglichen Fragebögen an Kundendaten zu kommen ist die Verbesserung der Kennzeichnung loser Ware sicherlich ein richtiger Weg zur Erhöhung der Transparenz und Verbraucherinformation.
Weitere Fragen rund um Verbraucherschutz im Lebensmittelbereich können Sie unter der Telefonnummer 0381 – 20 87 016
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